Dauerwaldoptionen mit Douglasien (Tannen)-Mischwäldern unter dem Aspekt Klimawandel

- Jahrestagung 2020 der ANW Landesgruppe Baden-Württemberg im Staatlichen Forstbezirk Hochschwarzwald, Distrikt Wildtal -

von Christoph Zink (ANW Landesvorsitzender Bad.-Württ.) und Hans-Ulrich Hayn (Forstbezirksleiter Hochschwarzwald)

Die Jahre 2018-2020 trafen die Forstwirtschaftsbranche nach vielen Jahren planmäßiger Waldwirtschaft sehr hart. Eine verhängnisvolle Kette an Störungsereignissen mit langanhaltender trocken-warmer Witterung, Windwürfen, Käfer- und Trockenschäden führte europaweit zu enormen Waldschäden mit hohen Schadholzanfällen, teilweise sehr großen Kalamitätsflächen, einem historisch niedrigen Rundholzpreisniveau und zur existentiellen Bedrohung vieler Waldbesitzer.

Klimawandel und Wald – die Diskussion ist in der Gesellschaft angekommen und verzeichnet hohe mediale Präsenz. Auch die ANW-Landesgruppe widmete sich diesem Thema. Am 24. September 2020 fand die Jahrestagung im Staatswalddistrikt Wildtal (ForstBW, Forstbezirk Hochschwarzwald) bei Freiburg statt.

Mit Rücksicht auf die Coronaregeln trafen sich die rd. 40 Teilnehmer in zwei räumlich getrennten Exkursionsgruppen und diskutierten zahlreiche Waldbilder unter Führung von Forstbetriebsleiter Hans-Uli Hayn, seinem Stellvertreter Philipp Weiner und den Revierförstern Michael Lange und Otmar Winterhalder anhand verschiedener Waldbilder.

Der Forstbezirk Hochschwarzwald

Mit der Neuorganisation von ForstBW als Staatsforstbetrieb in der Rechtsform AöR zum 01.01.2020 ist der Forstbezirk Hochschwarzwald in Südbaden als ein Betriebsteil entstanden. Der Bezirk setzt sich zusammen aus 10 Forstrevieren und einem forstlichen Stützpunkt in St. Peter. 82 Mitarbeiter kümmern sich um den Staatswald mit 15.500 ha Holzbodenfläche, davon sind rd. 1.500 ha Bannwälder und Waldrefugien.

Die Wälder liegen auf 400m – 1.450m ü. NN. Geologisch dominieren Gneis, Granit, Buntsandstein (Muschelkalk). Je nach Höhenlage liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei 5,5-10°C, in der Vegetationszeit 12-17°C. Die durchschnittlichen Niederschläge belaufen sich auf 800-1.900 mm.

Als potentielle natürliche Zonalwälder im Höhenbereich 400m – 1.200 m ü. NN sind ausgewiesen: submontaner Buchenwald mit Tanne und Traubeneiche, montaner Buchen-Tannenwald und hochmontaner Buchen-Tannenwald mit Bergahorn, örtlich Fichte. In Hochlagen finden sich von Natur aus vermehrt Fichten, auf steilen Südhängen auch natürliche Eichenwälder.

Im Forstbezirk dominiert das Nadelholz (68% Nadelholz: 48% Fichte, 13% Tanne, 3% Douglasie, 3% Kiefer, 1% Lärche, sNb – 32% Laubholz: 19% Buche, 6% sLb, 5% Ahorn, 2% Esche).

Der Vorrat liegt bei 422 Vfm/ ha, davon sind 39% Starkholz mit über 50 cm BHD.

Aus der Betriebsinventur liegen Werte zur periodischen Zuwachsleistung 2005-2015 vor. Je ha und Jahr wachsen zu bei der Douglasie 25 Vfm, Tanne 14,8 Vfm, Fichte 13,5 Vfm, Buche 10,1 Vfm.

Der jährliche Einschlag liegt bei 120.000 fm, 7,8 Efm/ ha und Jahr, im Wirtschaftswald 8,6 Efm/ ha und Jahr.

Naturschutz hat eine große Bedeutung. Es gibt viele für Baden-Württemberg einzigartige Lebensräume im Forstbezirk. In 7 Revieren kommt Auerwild vor.

In nahezu allen Revieren sind die Schalenwildbestände reguliert und nicht mehr hemmend für die Tannennaturverjüngung. In 7 Revieren kommt Gamswild vor. Die waldfreundliche Bejagung gelingt durch breite Beteiligung einheimischer privater Jäger („Bürgerjagd“) im Rahmen von Gruppenansitzen verschiedener Ausprägung, welche mit Jagdruhezeiten alternieren.

Staatswalddistrikt Wildtal – sieht so der künftige Wald im Südschwarzwald aus?

Die Exkursion fand im Staatswalddistrikt Wildtal statt. Dieser Distrikt unterscheidet sich vom Bild des gesamten Forstbezirks.

Der Distrikt liegt auf 600 mNN. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 1.000 mm. Auf Gneisböden stocken Mischwälder mit einer hohen Baumartenvielfalt in guter Verteilung. Die Douglasie hat hier einen Anteil von 17% (Fichte 12% / 1975 noch 30%, Tanne 17%, Laubholz 48%).

Die Bestände sind mit durchschnittlich 484 Vfm/ ha hoch bevorratet und weisen einen sehr hohen Starkholzanteil auf (56% mit über 50 cm BHD).

In der Naturverjüngung entwickelt sich das Laubholz sehr dynamisch. 31% der Verjüngung sind Tanne, 8% Douglasie. Zur Sicherung der Nadelholzanteile in der Verjüngung muss aktiv gehandelt werden: Mischwuchsregulierung in der Jungbestandspflege gleichaltriger Bestände, aber auch aktive Mischwuchsregulierung bei Pflege unter Schirm, Verschiebung der Nutzungen zur Regelung der Überschirmung, intensive Jagd (Verbiss der Tanne liegt bei 7%).

Im Vergleich zum gesamten Forstbezirk kann der Distrikt Wildtal als Weiserdistrikt für den künftigen Klimawald im Südschwarzwald angesehen werden.

Wie bewährt sich die Douglasie bei warm-trockener Witterung?

In den letzten 30 Jahren lagen auch im Südschwarzwald die Durchschnittstemperaturen deutlich über den langjährigen Mittelwerten. Die Niederschlagsmenge blieb dabei auf mehr oder weniger bekanntem Niveau. 2018 erfolgte ein merkbarer Einschnitt mit einem absoluten Wärmerekordjahr bei gleichzeitig geringsten Niederschlägen seit 120 Jahren. In den Jahren 2018 und 2019 verzeichnete der Forstbezirk die zweithöchsten Käferschadholzanfälle im Land. Im Jahr 2020 fielen 78.000 fm Sturmholz und 40.000 fm Käfer- und Dürrholz an.

Erwartungsgemäß fiel im Bezirk 2020 der Schadholzanteil der Fichte mit 2,8% vom Vorrat am höchsten aus. Auch die Schäden an Tanne (0,8% des Vorrats) sind spürbar. Das Schadniveau der Douglasie (0,1% des Vorrats) liegt deutlich niedriger, vergleichbar zur Buche. Bisher zeigt sich die Douglasie also deutlich stabiler als Fichte und auch Tanne.

Als entscheidend für die Stabilität der Douglasie führteForstbezirksleiter Hayn folgende Eigenschaften an:

  • Hohe Trockenresistenz. Im natürlichen Verbreitungsgebiet an der pazifischen Westküste fällt in den Sommermonaten wenig Niederschlag.

  • Schädlinge wie Borkenkäfer treten bislang im Südschwarzwald nicht auf und auch Befall durch Läuse und Schüttepilze ist hier bislang nicht zu beobachten.

  • Die Gneisböden an den Hängen sind gut durchwurzelbar, Staunässe tritt in Hanglagen nicht auf. Auf vernässenden und verdichteten Böden ist die Douglasie labil.

  • Der gute Gesundheitszustand der Stämme und Wurzeln. Stamm- oder Wurzelfäule kommt bei der Douglasie kaum vor. Die dicke Rinde minimiert Stammschäden und das Kernholz hat eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Die mittelstarken Orkane der letzten drei Jahre haben v.a. bei rotfaulen Fichten, krebsbefallenen Tannen und auf feuchten Sonderstandorten Schadholzanfälle verursacht.

  • Äste der Douglasie brechen bei Windeinfluss schnell und häufig ab. Damit reduziert der Baum im aufziehenden Sturm seine Kronenfläche und bietet beim Sturmhöhepunkt eine geringere Angriffsfläche.

  • Douglasien sind häufig untereinander durch Wurzelverwachsungen verbunden. Man sieht dies an Stubben, bei denen die Rinde oft noch Jahre lange weiter überwallt. Möglicherweise bilden die Bäume ein unterirdisches Wurzelnetz, das hier zusätzlich stabilisiert.

Die Wissenschaft liefert neue Erkenntnisse zur Stabilitätsentwicklung junger Douglasien. Eine wissenschaftliche Studie der Arbeitsgruppe unter Prof. Jürgen Bauhus der forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, sowie die von Florian Ruge im Forstbezirk durchgeführte und bei der Exkursion persönlich erläuterte Masterarbeit konnte zweifelsfrei aufzeigen, dass bei vorhandenem Lichtmangel in der Jugend – einem Überschirmungsgrad größer 0,85 und seitlichem Konkurrenzdruck -  das Sprosswachstum einseitig gefördert und die Wurzelentwicklung vernachlässigt wird. Das Ungleichgewicht führt bis ins höhere Alter zu verminderter Standfestigkeit mit erhöhtem Sturmwurfrisiko, vermutlich auch zu verminderter Trockenresistenz. Der Forstbezirk hat sich aufgrund dieser Ergebnisse dazu entschlossen, zukünftig Douglasienverjüngungen auf 3m Abstand zu verstellen und durch Zieldurchmesserernte oder Auszug von Buchen-Zwischenstand den Bestockungsgrad bewusst auf 0,7-0,8 abzusenken. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass sich die Douglasie in ihrem natürlichen, amerikanischen Verbreitungsgebiet üblicher Weise auf großflächigen Brand- und Sturmwurfflächen verjüngt, nicht in strukturierten Beständen.

Die Douglasie – eine erfolgreiche Baumart im Südschwarzwald

Für die betriebswirtschaftliche Vergleichbarkeit von Beständen und Baumarten legt der Forstbezirk den sog. Rohertrag der einzelnen Baumart zugrunde. Der Rohertrag einer Baumart je ha und Jahr errechnet sich aus den Zuwachsdaten der Betriebsinventur und den durchschnittlichen Holzverkaufserlösen im Betrieb. Kosten werden nicht berücksichtigt.

Vergleicht man die Roherträge der wichtigsten Baumarten im Betrieb, so zeigt sich, dass in Jahren eines ungestörten Holzmarktes in der Periode 2014-2017 der Rohertrag der Douglasie mit 1.500 € je ha und Jahr das doppelte des Rohertrags der Fichte und der Tanne (700 €) und das Fünffache des Buchen-Rohertrags beträgt.

Die aktuelle Holzmarktstörung verändert das Preisniveau der hier insgesamt qualitativ überdurchschnittlichen Douglasie nicht. Das Leitsortiment Güteklasse B liegt bei 103 € je fm, Wertholz erlöst auf Submission 2020 im Schnitt 280 €/ fm. Der Rohertrag stellt sich gegenüber den stark betroffenen Baumarten Fichte und Tanne noch überlegener dar.

Die Douglasien in Südbaden sind offensichtlich genetisch hervorragend für die Region geeignet. Bei Provenienzversuchen haben diese besser als die nordamerikanischen Originalherkünfte abgeschnitten, mit dem Nebeneffekt, dass schon Douglasiensaatgut aus Südbaden in die USA exportiert wurde.

Wertgeastete Douglasien werden im Forstbezirk nur allmählich und stetig, nicht abrupt und radikal freigestellt. Das hat zur Folge, dass oberhalb der wertvollen Erdstammstücke noch B-Qualität erzeugt wird, ein weiterer Grund für die hohen durchschnittlichen Holzerlöse.

Ein ganz wesentlicher Aspekt wird im Forstbezirk in der Einbringungsform der Douglasien gesehen. Die ältesten Douglasien wurden ausschließlich in Mischbeständen eingebracht und auch die jüngsten Pflanzungen der letzten 15 Jahre sind in dieser Form angelegt. Bei den Reinbeständen der 1950 bis 1970iger Jahre ist es gelungen, durch Pflege den Anteil der Mischbaumarten kontinuierlich zu erhöhen. Begleitende Rahmenbedingung dabei waren und sind Wildstände, die überall eine reichhaltige Vegetation zulassen.

Wie bringt man Douglasien in den Wald ein?

Nach langjährigen Erfahrungen, die ganz aktuell durch das Witterungs- und Schadinsektengeschehen der letzten Jahre wieder bestätigt wurden, sind alle Nadelreinbestände besonders anfällig gegen Schadereignisse. Aus diesem Grund dürfen die Fehler des Fichtenanbaus nicht wiederholt werden, zumal es bereits jetzt aus anderen Gebieten Berichte gibt, die Schäden auch in Reinbeständen mit Douglasie belegen.

Das Ziel sind Mischbestände. Die hohe Wertleistung der Douglasie trägt auch bei einem niedrigen Mischungsanteil zu einer betriebswirtschaftlich sehr attraktiven Mischwaldform bei.

Uli Hayn erläuterte das sehr anschaulich: „Begründet man einen Mischwald mit 50 % Douglasie und 50 % völlig wertloser Weidensukzession, dann hat der Wald mit (1.500 Euro + 0 Euro):2 = 750 Euro/ ha und Jahr immer noch eine höhere Wertleistung als ein Fichtenreinbestand. Und beim wertlosen Weidenanteil muss es ja nicht bleiben, gut geförderte Birken, Ahorne, Kirschen, Robinien oder andere Sukzessionsarten können durchaus wertvolle Ergänzungen sein. Reichhaltige Sukzessionen stellen sich vor allem dann ein, wenn die Wildstände halbwegs reguliert sind“.

Niedrige Wildstände sind Grundvoraussetzung für die verschiedenen Varianten der Douglasienbegründung. Die Douglasie wird nicht so stark verbissen, aber die Fegeschäden können durchaus beachtlich sein. Im Forstbezirk Hochschwarzwald spielen sie keine nennenswerte Rolle. Es gibt immer wieder verfegte Bäumchen, aber es bleiben genügend übrig und sofern der Jungbaum nicht zum Absterben gebracht wird, regeneriert sich die Baumart meistens gut.

Wege zum Douglasien - Mischwald mit einfachen Mitteln, demonstriert an verschiedenen Waldbildern

  • Begründung in weiten Reihenverbänden auf Freiflächen

  • Als ausreichender Pflanzverband werden Reihenabstände von 6 m und Abstände in der Reihe von 1,5 m angesehen, rund 1.100 Bäume/ha. Vorteil neben den eingesparten Pflanzen sind die Teilflächen, die zunächst nicht gepflegt werden müssen. Es reicht, immer nur die Reihen freizustellen. Dazwischen entwickelt sich eine Begleitvegetation, die zur biologischen Diversität und Stabilität beiträgt. Da bei der Douglasie eine Hochastung auf 5 oder 10 m grundsätzlich immer sinnvoll ist, besteht auch in Bezug auf die Astreinigung keine Notwendigkeit zu engen Pflanzverbänden.

  • Vorbau in sich auflösenden Fichtenbeständen

  • In einem 70-jährigen Fichtenreinbestand in beginnender Auflösung wurden rechtzeitig in Lücken und auf verlichteten Stellen Douglasien in bereits aufgelaufene Brombeeren gepflanzt. Nachgelichtet wurde erst nach dem Anwachsen der Jungpflanzen. Ohne aufwändige Pflege haben sich die Bäumchen durchgesetzt und sind jetzt den Brombeeren entwachsen. Die Überschirmung ermöglicht der Douglasie gegenüber der etwas gebremsten Brombeere ausreichend Konkurrenzkraft, um sich durchzusetzen. Die Douglasientrupps wurden flächig verteilt als Grundgerüst in den Bestand eingebracht. Je nach weiterer Entwicklung können Tannen, Buchen oder auch Sukzessionsbaumarten dazu kommen. Es entwickelt sich ein artenreicher und leistungsstarker Wald.

  • Konsequente Förderung von geringen Douglasienanteilen auf Störungsflächen durch Jungbestandspflege

  • Wenige ältere Douglasien reichen oft aus, dass sich die Baumart gut ansamt. Dabei ist die zuwachsstarke Art erstaunlich konkurrenzschwach und benötigt Pflege. An einem Beispielsbestand wurde das deutlich: Ausgangspunkt war eine Sukzession nach dem Orkan Lothar, es erfolgte 10 Jahre danach keine Maßnahme. Die zwei ersten Pflegeeingriffe erfolgten 2011 und 2017 und ermöglichen dadurch langfristige Anteile der Douglasie bis zu 60 %. Eine hohe Vielfalt an Baumarten bleibt erhalten und gleichzeitig hat ein Wald mit der Zusammensetzung der „Z-Baumanwärter“ einen Bruttorohertrag von 1.050 Euro, das entspricht 150 % eines Fichtenreinbestandes.

  • Jungbestandspflege unter Schirm:

Das Verfahren ist eine Kombination von Naturverjüngung und normaler Jungbestandspflege. Ausgangspunkt sind naturverjüngte Douglasien, die oft nur in geringer Zahl unter Schirm wachsen. Das Verfahren funktioniert hier in Höhenlagen von 400 m bis 1.100 m über NN. Dabei reichen wenige Douglasien im Oberstand aus. Ein einfaches Rechenbeispiel veranschaulicht dies: Eine normale Naturverjüngung enthält 20.000 Bäume je ha (Buche, Vogelbeere, Birke, Fichte, Tanne, Ahorn). Darin kommt lediglich ein Prozent Douglasien vor, Das wären 200 Bäume je ha. Fördert man davon 100 konsequent und bekäme 50 davon in die herrschende Baumschicht, so wäre ein Douglasienanteil von 50 % mit einer Wertleistung von 750 Euro/ha/Jahr gesichert. Dazu kämen die anderen Baumarten mit ihrer Wertleistung.

Fazit

Anhand der vielen verschiedenen Waldbilder konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass sich die Douglasie relativ problemlos in eine hochwertige mitteleuropäische Forstwirtschaft integrieren lässt. Grundlage dafür sind bei stetiger intensiver Bejagung die natürliche Verjüngung und Produktion von wertvollem Starkholz in gemischten Dauerwaldstrukturen. Die Douglasie liefert höchste Erträge im Bereich des Volumenzuwachses und der Wertleistung. Ihre photosynthetische CO2-Bindungsfähigkeit und C-Festlegung in langlebigen Holzprodukten sind herausragend.

Ihre Fähigkeiten macht die Douglasie in Zeiten spürbarer klimatischer Änderungen zu einer wertvollen Ergänzung der Baumartenpalette. Gemeinsam mit der Tanne ist sie in der Lage, rückläufige Fichtenanteile mit zu kompensieren.

Von invasivem Verhalten der Douglasie, von Naturschützern immer wieder befürchtet, kann in den beschriebenen Wäldern keinesfalls die Rede sein. Naturschutz-bedingte Restriktionen bezüglich der Einbringung der Douglasie können sich auf kleinflächige Sonderbiotope (Trockenbiotope und Felsstandorte), Naturschutzgebiete und FFH-Lebensräume beschränken.

Starke Bäume und gemischte stufige Dauerwälder bieten ästhetische Waldbilder. Die Douglasie vermag sich sehr harmonisch in den Bergmischwald einzufügen.  

Uli Hayn fasste zusammen: „Die Douglasie hat sich in den letzten drei Jahren bei extremen Witterungsverhältnissen im Forstbezirk hervorragend bewährt. Dennoch sollten die Waldbesitzer gut darauf achten, keine Reinbestände zu begründen. Die Wertleistung der Baumart ist so hoch, dass dies nicht notwendig ist. Gleichzeitig stabilisieren die Mischbaumarten, wie die aktuelle Krise zeigt, was finanziell gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Grundvoraussetzung sind passende Wildstände, dann kann man aus sehr wenig sehr viel machen, vor allem mit Naturverjüngung in Kombination mit punktueller Mischwuchsregulierung, jedoch auch mit Pflanzung oder Vorbau.“